Gudrun Heyens

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Prof.Gudrun Heyens
Lutherstrasse 11
47058 Duisburg
Tel.: 0203-3460876

mail: gheyens@yahoo.de

Bini schwamm mit  ungleichmäßig und im falschen Atemrhythmus, während Hartmut im künstlichen Wellengang wechselweise aussah wie ein römischer Imperator oder eine aufgetauchte Kegelrobbe und sie mit unbeweglich kleinen Augen anstarrte; sein mächtiger bleicher Körper waberte sanft unter der Wasseroberfläche. Bini hatte ihn nie dem Becken entsteigen sehen, denn sie floh spätestens nach ihren vier Runden, die sie schnaufend und ihn großräumig umschwimmend, unter seiner Bewachung absolvierte. Ihr war, als führe er sie an einer unsichtbaren Leine. Wenn es zwangsläufig in seine Richtung ging, versuchte sie so gleichgültig wie möglich ihren Blick schweifen zu lassen, nach oben, nach draußen, durch die großen Fenster an der Längsseite, auf die Uhr an der Kopfseite, auch wenn sie durch ungelenkes Kopfdrehen Wasser schluckte und so husten musste, dass sie restlos aus dem Takt kam.

Kaum war sie an ihm vorbei, meinte sie eine sogartige Bewegung entlang ihres Körpers zu spüren, als strecke sich ein Arm aus, um unter Wasser ihr Bein zu ergreifen.

Mit pochendem Herzen erreichte Bini die Treppe und musste ein paarmal mit den Armen rudern, bis sie Boden unter den Füßen hatte. Während sie sich mit einer Hand am Treppengeländer hochzog und mit der anderen ihren hochgerutschten Badeanzug aus allen möglichen Ritzen und Falten ihres Körpers zerrte, spürte sie, wie sich Hartmuts stiere Äugelchen in ihr welliges Hinterteil bohrten.
Aus:  Scheitern, 13 neue Erzählungen


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